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HD-Statistik
der Zuchtstätte "von der Piastenniederung"
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Jahr
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Welpen
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HD-A
frei
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HD-B
verdacht
|
HD-C
leicht
|
HD-D
mittel
|
HD-E
schwer
|
nicht
geröntgt
|
als
Mitglied im:
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1985
|
6
|
1
|
-
|
3
|
2
|
-
|
-
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APH/VDH
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1986
|
14
|
5
|
4
|
3
|
-
|
-
|
2
|
PON-Club/VDH
|
|
1987
|
10
|
2
|
5
|
-
|
2
|
-
|
1
|
PON-Club
Zuchtleiterin
|
|
1988
|
20
|
9
|
5
|
1
|
1
|
1
|
3
|
PON-Club
Zuchtleiterin
|
|
1989
|
22
|
7
|
6
|
6
|
2
|
1
|
-
|
PON-Club
Zuchtleiterin
|
|
1990
|
18
|
13
|
3
|
-
|
-
|
-
|
2
|
PON-Club
Zuchtleiterin
|
|
1991
|
5
|
1
|
2
|
2
|
-
|
-
|
-
|
PON-Club
Zuchtleiterin
|
|
1992
|
15
|
9
|
3
|
-
|
1
|
-
|
2
|
PON-Club
Zuchtleiterin
|
|
1993
|
8
|
3
|
4
|
-
|
-
|
-
|
1
|
PON-Club
Zuchtberaterin
|
|
1994
|
3
|
1
|
-
|
2
|
-
|
-
|
-
|
PON-Club
Zuchtberaterin
|
|
1995
|
12
|
4
|
5
|
-
|
2
|
-
|
1
|
DPC
als Zuchtleiterin
|
|
1996
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0
|
DPC
als Zuchtleiterin
|
|
1997
|
10
|
4
|
4
|
-
|
-
|
-
|
2
|
Gründung
des Instituts (IGH)
|
|
1998
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0
|
IgH
|
|
1999
|
13
|
7
|
5
|
-
|
-
|
-
|
1
|
-
|
|
2000
|
7
|
4
|
2
|
-
|
-
|
-
|
1
|
-
|
Ges.
in
%
|
163
100%
|
70
43%
|
48
30%
|
17
10%
|
10
6%
|
2
1%
|
16
10%
|
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Das
heißt, daß mehr als 70% der gesamten Nachzucht der
Zuchtstätte
"von der Piastenniederung" zuchttaugliche
HD-Ergebnisse vorweisen können!
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"HD"
- wirklich ausschließlich ein genetisches Problem?
(verfaßt 1999 für die Firma Schecker)
Die Hüfgelenksdysplasie beim Hund setzt sich nach
meinen Erfahrungen aus drei Komponenten zusammen,
wobei ich jeder Komponente die gleiche Wertigkeit
zuordnen möchte:
a) genetische Veranlagung
b) Ernährung
c) Haltung
Diese Aussage mag auf den ersten Blick spektakulär
erscheinen. Sie basiert jedoch auf den Beobachtungen
und statistischen Aufzeichnungen einer PON-Population
von ca. 600 Hunden in einem Zeitraum von 15 Jahren.
Als Züchterin und Zuchtleiterin der Rasse PON-Polski
Owczarek Nizinny in einem VDH-Verein war es für mich
eine Selbstverständlichkeit, daß HD eine erblich bedingte
Krankheit ist, die es galt, durch konsequente Selektion
auszumerzen. Hatte ich mich doch eingehend mit der
einschlägigen HD-Literatur befaßt und war beständige
Teilnehmerin der VDH-Züchter- und Zuchtleiter-Tagungen,
sowie der HD-Tagungen des "Hohenheimer Kreises".
Bereits 1985 ließen wir nur noch HD-freie(HD-A) und
HD-verdächtige (HD-B) Hunde zur Zucht zu, wobei wir
bemüht waren, HD-B nur an HD-A anzupaaren. Die Erfolge
waren mäßig. Auf Grund einer hohen HD-Kontrollrate
( bis zu 80%) der Nachzucht konnten wir dann in der
Selektion noch einen Schritt weitergehen.
Hatte z.B. ein HD-freier Hund Geschwister mit mittlerer
oder gar schwerer HD, so wurde dieser nur an Hunde
angepaart, die in ihrem Geschwisterfeld HD-freie oder
verdächtige Tiere aufweisen konnten. Trotz dieser
Konsequenz waren nach 6 Jahren HD-Selektion noch immer
keine befriedigenden Erfolge in der Gesamtpopulation
zu verzeichnen. Auffällig war jedoch, daß in meiner
eigenen Zucht der HD-Status zufriedenstellender war,
so daß sich mir die Frage nach der Ursache stellte.
Mir fiel anläßlich der Körveranstaltungen - die Hunde
waren zu diesem Zeitpunkt zwischen 12 und 24 Monate
alt - auf, daß eine Vielzahl von PONs zu fett war,
wobei hingegen die Junghunde aus meiner eigenen Zucht
"von der Piastenniederung"
eher schlank und drahtig waren. Denn ich hatte die
Besitzer meiner Welpen laufend dazu angehalten, ihre
Hunde zwar qualitativ hochwertig, jedoch eher sparsam
zu füttern. Diese Beobachtung veranlaßte mich zum
einen, einen einheitlichen, gesunden und abwechselungsreichen
Futterplan für Züchter und Welpenbesitzer zu erstellen.
Zum anderen gab ich an alle Welpenkäufer des Vereins
als Empfehlung eine Größen- und Gewichtstabelle mit
den Idealgewicht im ersten Lebensjahr aus, und hielt
sie an, ihre Hunde einmal monatlich zu messen und
zu wiegen und die Werte in eine weitere Tabelle einzutragen,
die sie mir dann nach Beendigung des ersten Lebensjahres
ihres Hundes zur Verfügung stellten.
Und siehe da, der HD-Status der Population verbesserte
sich weiter. Es traten jedoch immer noch Probanden
mit leichter, mittlerer und in ganz seltenen Fällen
schwerer HD auf. Anhand der vorhandenen Gewichtstabellen
ließ sich nun aber feststellen, daß die Mehrzahl dieser
Hund im ersten Lebensjahr deutlich über den von mir
empfohlenen Idealgewichten gelegen, also überfüttert
worden waren. Dieser Umstand bewog mich zu der Feststellung,
daß HD wohl doch nicht ein rein genetische Problem
war, sondern die Futterqualität und -menge eine ebenso
bedeutsamer Faktor sein mußte.
Hierzu ein Beispiel aus der Natur: Solange die Welpen
ausschließlich Muttermilch bekommen, ist noch alles
in Ordnung, da sie die Nahrung bekommen, die die Natur
für sie vorgesehen hat. Aber mit der Fütterung durch
den Züchter kann das System durcheinander geraten.
Häufig wird zu reichlich und zu oft Nahrung angeboten.
Unter natürlichen Bedingungen müssten die Welpen,
wenn die Muttermilch nicht mehr reicht, so lange warten,
bis die Eltern Futter herbeibringen, und es ist wahrscheinlich,
dass es mal reichlich und mal wenig gibt. Es ist durchaus
möglich, dass es Hungerperioden überwunden werden
müssen, und wenn sich die Junghunde erstmal selbst
ernähren müssen, steht sicher nicht alle paar Stunden
Nahrung im Überfluß zur Verfügung. Größere Anstrengungen
und Wartezeiten sind durchaus normal. Selten sind
wild lebende Welpen üppig genährt und immer satt.
Das hat natürlich seinen Sinn! Unseren Haushunden
wird jedoch pünktlich und meist zuviel Nahrung angeboten,
deshalb werden auch viele Hunde zu schnell groß und
schwer, und dieses Gewicht belastet dann die noch
unreifen Gelenke! Hinzu kommt, dass das erbeutete
Futter des wild lebenden Hundes nicht dauernd das
Erlesenste ist. Es gibt sicher nicht regelmäßig Muskelfleisch
oder reichlich vitaminisiertes Fertigfutter und zusätzlich
noch jede Menge Leckerchen!
So weit, so gut. Blieb da jedoch noch ein kleiner
Anteil von HD-befallenen Hunden, die nicht überfüttert
worden waren, so daß ich meine Erkenntnisse noch nicht
in vollem Umfang bestätigt sah. Also recherchierte
ich weiter. Ich rief die Besitzer dieser Hunde an,
und erkundigte mich über die Haltungsbedingungen.
Als Resultat meiner "Ermittlungen" war festzustellen,
daß diese Hunde kontinuierlich körperlich überfordert
worden waren. Hier war in erster Linie der Tennisball
das Hauptproblem. Der PON ist mit einem nahezu neurotischen
Apportiertrieb ausgestattet, was die Besitzer natürlich
ausgesprochen witzig finden. Wenn jedoch jeder Spaziergang
von ständigem Ballwerfen begleitet wird, dies auch
in der Wohnung vielleicht sogar noch auf glattem Fußboden
exzessiv betrieben wird, so läßt sich leicht nachvollziehen,
daß die noch unreifen Gelenke und ein noch loser Bänderapparat
erheblich in Mitleidenschaft gezogen werden. Wobei
ich weniger das Problem darin sehe, daß der Hund dem
Ball hinterher rennt, sondern vielmehr das spontane
und heftige Bremsen, wenn der Ball erreicht ist. So
manche böse Bänderzerrung oder gar Bruch geht auf
dieses Konto. Ein weiterer grober Haltungsfehler wurde
auf den Hundeplätzen begangen. Die betroffenen Junghunde
wurden zum Teil schon mit vier und fünf Monaten ausgiebig
über Hürden und Kletterwände gejagt.
Nachdem wir unsere Welpenkäufer nun auch für diese
Problematik sensibilisiert hatten, konnten wir mit
den HD-Befunden zufrieden sein. Zum jetzigen Zeitpunkt
gehört ein Hund mit leichter HD schon eher zur Seltenheit.
Hunde mit mittlerer oder schwerer HD sind in den letzten
drei Jahren nicht mehr vorgekommen.
Abschließend möchte ich sagen, daß man die HD nicht
mehr als Hauptproblem vieler Zuchten sehen müsste,
würde man neben einer verantwortungsvollen züchterischen
Selektion die Züchter und Welpenkäufer zu einer qualitativ
guten und abwechselungsreichen aber sparsamen Fütterung
insbesondere während der Wachstumsphase anhalten und
der körperliche Beanspruchung der Junghunde sinn-
und maßvollen Grenzen setzen.
Mechthild Tibbe
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